Wie einige von meinen Leserinnen schon bemerkt haben, bin ich derzeit ziemlich oft in Ostwestfalen-Lippe - Auflösung des Elternhauses, kein leichtes Unterfangen, aber es wird von Mal zu Mal leichter.
Ich versuche, die Arbeit mit dem Angenehmen zu verbinden. Schon lange stand die Wäschefabrik auf meiner Agenda. Für jemanden, der nicht in der Ecke wohnt, selten geöffnet. Aber ich war da und sehr begeistert. Bericht folgt irgendwann. Hoffentlich.
Letztes Wochenende habe ich es noch auf den letzten Drücker in diese Ausstellung geschafft. Bilder davon habe ich schon im Oktober in der WhatsApp Story einer Freundin gesehen, dann hat es irgendwie zeitlich nie gepasst und ich dachte zuletzt, das Museum hat schon zugemacht, weil mir das auch jemand erzählt hat. Als ich - aus der gegenüberliegenden Kunsthalle kommend - das Plakat noch sah, dachte ich o.k., nichts wie rein, auch wenn 2 Museen hintereinander evtl. ein bisschen viel sind. Aber in Bielefeld ist alles kleiner als anderswo.
Faszinierend fand ich das Spiel mit dem Begriff Stoff. Hört ihr auch immer doppeldeutige Kommentare, wenn ihr sagt, ihr wollt Stoff kaufen? Vielleicht ist das natürlich in Frankfurt präsenter als anderswo.
Oder Futter? Als unsere Hündin noch lebte, war klar, Futter ist Hundefutter, für uns Näherinnen ist es das nicht. Und Stoff ist für uns auch ein textiles Material, kein Rauschmittel. In der Ausstellung "Guter Stoff" geht es um beides.
Spannend die Textur des Rockes, ich bin nah rangegangen, um euch das Material zu zeigen, wahnsinnig echt. In dem Bild darunter die Präsentation des Raumes, links die Frau, rechts der Mann im Anzug.
Im Eingangsbereich warteten die beiden Herrschaften in Unterwäsche in Überlebensgröße.
Schaut auf den Faltenwurf des Geschirrtuches. Davon gab es ganz viele in einem Raum.Personen, die sich an- und auskleiden, in groß, als Skizze ...
Ich habe mich mit den Fotos auf den textilen Stoff konzentriert. Aber oben und unten auch noch ein Einblick in die Suchtmittel, ein ganzer Raum Alkohol, Pillen, Süßes, etwas zum Rauchen ....
In dem kleinen feinen Museum gab es immer wieder gute Ausstellungen, umso bedauerlicher, dass es schließen wird.
Herzlichen Gruß
Anja