Mittwoch, 18. April 2018

12xmemade - April - finished

Die wenigen Dinge aus Stoffresten, die ich im April (mit Mühe) geplant habe, sind schnell fertig geworden. Es handelt sich um immerhin 7 Unterhosen, für die ich den abgewandelten Schnitt Panty von Pattydoo verwendet habe. Ich habe ihn so abgewandelt, dass er eigentlich mit dem Original nur noch wenig zu tun hat, hinten und vorne höher und der Beinausschnitt tiefer, das finde ich bequemer und ist im Laden auch schwerer zu finden. Ich hatte mal ein bisschen Ziergummi gekauft, das reichte gerade für den Abschluss von zwei Unterhosen, alle anderen haben oben normales Gummi eingeschlagen.

Des Weiteren sind die vier Tischsets aus Resten für die Geigenlehrerin fertig. Leider hat sich meine Tochter entschlossen, in der Oberstufe mit den Orchester und dem Instrumentalunterricht aufzuhören. Die Schule und das zwei Mal wöchentliche Reiten reichen ihr neben dem Nachmittagsunterricht, der vermutlich nächstes Jahr noch mehr wird. Also dann jeden Nachmittag, außer an dem Orchesternachmittag.



Dann habe ich aus einem Stoff, den ich letztes Jahr bei Nina von Kleidermanie erworben habe, eine japanische Tunika, Modell E aus dem Stylish Dress Book, genäht. Die hatte ich bereits einmal aus Webware und zwei Mal aus Jersey genäht, alle drei Versionen habe ich letzten Sommer ausgemustert, weil verschlissen bzw. verwaschen. Bei dem Baumwollexemplar saß der Ärmel etwas eng, das habe ich diesmal geändert. Sie ist sehr bequem, die Taschen sitzen perfekt im Stoffmuster.



Derzeit ziehe ich lieber Kleider an, weil mir Hosen zu warm sind, aber es kommen sicher wieder kühlere Tage. Ende des Monats verlinke ich bei Chrissy.

Viele Grüße

Anja

Montag, 16. April 2018

München meets Stuttgart - Spätzle meets Brezn - Nähbloggertreffen 2018

Nach längerer Abstinenz, weil es terminlich nicht geklappt hat bzw. ich keine Lust auf Übernachtung hatte, war ich letzten Samstag auf dem Nähbloggertreffen in Augsburg. Eigentlich war es eher ein Näh-Instagrammer-Treffen, denn auf der Teilnehmerliste konnte ich nur ganz wenige Blogs identifizieren. Das zeigt, wohin die Richtung geht ....  mit dieser Datenschutzverordnung habe ich mich noch nicht beschäftigt, das kommt ja noch dazu.

Aber erstmal zum Treffen: 36 Nähbegeisterte haben im (kleinen, engen, aber feinen) Lagerverkauf von Karlotta Pink in Augsburg wundervolle Ethnostoffe angefasst, gekauft, sich von Modellen von So! Pattern inspirieren lassen und Kontakt geknüpft. Ich kannte Karlotta Pink bisher nicht, ich bestelle auch keine Stoffe, sondern muss sie berühren, um einen Eindruck zu bekommen. Wegen Stoffdiät usw. wollte ich nichts kaufen, wäre aber fast bei einem farblich traumhaften Brokatseidenstoff schwach geworden. Nicht die 69 Euro den Meter haben mich abgehalten, sondern die Breite von 1,20, die finde ich suboptimal. Bei 20 cm mehr Breite hätte ein Meter für ein traumhaftes Etuikleid gereicht, so nicht.

Überhaupt gab es Stoffe, die nur 80 cm breit lagen, man musste also genau aufpassen. Erst am Ende habe ich die (zusammengefalteten) Sarongstoffe entdeckt, ganze Stücke, die nicht zugeschnitten werden. Auf der Homepage des Onlineshops kommen diese überhaupt nicht zur Geltung, ein Zeichen mehr, wie ungeschickt es ist, zu bestellen. Bei den Sarongstoffen (25 Euro für ein Stück, das etwa 180 cm mal 120 cm misst) fand ich den Preis prima, die Waxprint Stoffe kamen mir sehr überteuert vor. Haptisch ähnliche Stoffe habe ich im Kölner Waxprintladen zu einem Fünftel des Preises gekauft (allerdings muss ich dort ein ganzes Stück abnehmen, hier hätte man vermutlich auch kleine Stücke bekommen können).

Danach ging es in das Textil- und Industriemuseum, das erst 2010 in einer alten Weberei und Spinnerei eröffnet worden ist.


Wir hatten eine absolut geniale und informative Führung, die einem wieder einmal klar machte, dass die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie (und vermutlich nicht nur der) als Startsignal für Industrialisierung auch in Deutschland in ihren Anfangszeiten genauso schlecht waren wie sie es heute in Asien sind. Erst langsam haben sich Arbeitsschutz, Gewerkschaften, Parteien, Kantinen, Gesundheitssysteme usw. heraus gebildet. Schockierend laut waren die ersten Webstühle. Kaum jemand hat sich nicht die Ohren zugehalten, in einer Halle damals war der Lärm aufgrund der Anzahl der Maschinen erheblich höher. Es gab alte Stoffmustermappen zu sehen, Kleidung aus den letzten 2 Jahrhunderten, Informationen zu Färbe- und Stoffdruckentwicklung usw. Leider fehlte uns die Zeit die sehr interessante Modesonderausstellung anzuschauen. Ich kann das Museum jedem, der in Schwaben ist, sehr empfehlen. Es gibt dort auch viele interessante Workshops, auch für und mit Kindern.




Anschließend haben wir gegessen und am Abend habe ich bei meiner Freundin stundenlang in alten Carinaheften geschmökert und Näherfahrungen ausgetauscht.

Das Bloggertreffen habe ich nämlich in eine langes Wochenende in München eingebettet. So war ich Freitag bereits bei bestem Sommerwetter (während es in Frankfurt Dauerregen hatte) im Murnauer Moos wandern, habe endlich das Gabriele Münter Haus besichtigt, einen Stopp am Starnberger See gemacht, wo sich eindrucksvoll ein Gewitter über dem Alpenkamm zusammen braute und mich an alte Zeiten in Pasing und Nymphenburg erinnert. Sonntags ging es dann in die Pinakothek der Moderne und ein studentisches Dachcafe mit Blick auf die Frauenkirche. Ein perfektes Wochenende. Und die Feststellung, dass sich nicht nur Frankfurt in den letzten Jahren sehr gravierend verändert, sondern München auch.

Viele Grüße, Anja

Samstag, 7. April 2018

12xmemade - Pläne für den April

 12xmemade-04



Was ich im April vorhabe, ist nicht so spannend, aber ich schaffe Platz. Es hat auch ein paar Tage gedauert bis ich mir klar geworden bin, was ich diesen Monat überhaupt nähen kann. Winter- oder Übergangssachen sind bei heute 30 Grad auf dem Balkon nicht mehr nötig. Sommersachen habe ich erstmal genug, ich freue mich, die vom letzten Jahr wieder anziehen zu können.

Aber sicher kommt bald wieder die Lust, weitere Sommerkleider zu nähen. Um für die Stoffreste, die dabei zwangsläufig übrig bleiben, Platz zu schaffen, miste ich meine Stoffresteschublade aus. In dieser befinden sich alle kleinen Reste, die nicht für ganze Kleidungsstücke reichen. Reste von dickeren Stoffen, die jetzt schon nicht mehr in die Schublade passen (in meinem Fall Fleece) liegt im Schrank neben den eigentlichen Stoffen (die auf ihre Bestimmung warten).


Ich habe aus Jerseyresten 4 Unterhosen zugeschnitten, aus Baumwolle ganz viele Stoffstreifen, um 4 Platzsets als Geschenk für die Geigenlehrerin zu nähen / quilten. Fleece wird das Innenleben der Tischsets darstellen und für die Rückseite werde ich voraussichtlich eine nicht mehr genutzte schlichte Tischdecke zerschneiden.


Das ist alles nicht spektakulär, weitere Pläne habe ich derzeit nicht. Es passt auch nicht in meine persönliche Challenge, jeden Monat etwas Neues auszuprobieren. Aber: Es wird sich sicher zum Monatsende irgendetwas ergeben. Verlinkt bei Chrissy.

Viele Grüße

Anja

Mittwoch, 4. April 2018

La Mia Boutique Hemdblusenkleid aus "Gruselstoff"

Letztes Jahr habe ich eifrig bei Frau Küstensockes Stoffdiät mitgemacht. Bis ich meine Stoffe gegen Ende des Jahres auf ein Minimum reduziert hatte. Ich verfolge die Posts jedoch immer noch gerne. Beim letzten Treffen der Diätgruppe ging es um die Ideenfindung zur Verwendung von Gruselstoffen. Die Stoffe, die Antje als Gruselstoffe vorstellte, sahen eigentlich nicht so gruselig aus. Insbesondere gefiel mir ein beflockter Jeans, der farblich genau in mein Schema passte.

Danke, liebe Frau Küstensocke, dass du an mich gedacht hast. Ein kurzer Mailaustausch, ein Probestück des Stoffes, ich entschied mich, den Stoff zu nehmen. Als das Päckchen hier ankam, war ich begeistert. So ein schöner Stoff, wunderbar, wie er mich vor dem Spiegel kleidete. Ein Grund, ihn bald zu vernähen.

Beim letzten Me Made Mittwoch hat mir zudem die Jeansversion eines Hemdblusenkleides von Das Büro für schöne Dinge sehr gefallen. Aus einem vorhandenen Jeansstoff habe ich jedoch im März eine Hose genäht. Dieser beflockte Stoff schien mir für ein Kleid noch schöner zu sein.

Bei einer Recherche in Schnittmusterheften fand ich in La Mia Boutique 6/2013 ein schönes schlichtes Kleiderschnittmuster im Hemdblusenstil. Allerdings leider nur als taglia forte, ab der italienischen Größe 46 und dann noch ziemlich oversize.


Beherzt habe ich den Schnitt in der Weite verkleinert, außerdem Brustabnäher eingefügt, die Vorder- und Rückenteile um 10 cm verlängert, die Ärmel im oberen Teil um 10 cm verlängert. Damit das Ganze ein wenig pfiffiger wird, habe ich den beflockten Jeans mit schlichtem schwarzem Jeans gemixt. Taschenoberteile, Kragen, untere Manschetten in Schwarz. Sämtliche Ziernähte sind in staubblau abgesteppt. Meine Knöpfe sind aus dem Bestand, ich habe statt der vorgesehen 5 Knöpfe sämtliche Knöpfe, die irgendwie passten verwendet, insgesamt 8, davon 1 hellblauer und 7 schwarze, alle in der gleichen Größe. Die Knopflöcher könnten einen Minitick länger sein. Hilfreich für die richtige Platzierung der Knöpfe fand ich diese Anleitung.

Zwischenzeitlich dachte ich daran, noch einen Bindegürtel in Schwarz zu ergänzen, aber das steht mir nicht, zum einen ist der Stoff doch recht steif, zum anderen habe ich nicht soviel Taille.



Es kann sein, dass ich den oberen hellblauen Knopf nochmal abtrenne und in Schwarz festnähe. Ich war einfach zu faul umzufädeln. Bin sehr angetan von diesem spontanen Kleid, da die Temperaturen noch nicht so warm sind, kann ich es prima anziehen.



Das Kleid lässt sich auch als Mantel tragen, wie man sieht. Ein sehr variables Kleidungsstück.


Gezeigt beim   http://memademittwoch.blogspot.de/2018/04/me-made-mittwoch-am-4-april-2018.html im April.

Grüße

Anja

Montag, 2. April 2018

Anker RZ

Bei einem der letzten Besuche bei meiner Mutter, meinte diese, dass demnächst alte Geräte abgeholt werden und sie endlich ihre alte Nähmaschine loswerden möchte. Das Museum in Bielefeld hatte bereits ein Exemplar und sie steht ja doch nur herum. Gekauft hat meine Mutter sie nach ihrer Schneiderinnenausbildung als in dem Atelier, in dem sie arbeitete, in den 50er Jahren die ersten elektrischen Nähmaschinen angeschafft wurden. Von den ersten Gehältern (damals vermutlich ein halbes Jahresgehalt) hat sie diese Anker RZ mit einem fest angebauten Pfaff Motor gekauft. Mit dem Nähmaschinenkoffer ist sie damals (in Ermangelung eines anderen Koffers) mit ihrer Chefin zu einer Messe nach Paris gefahren.

Auf der Anker wurde dann 30 - 40 Jahre genäht. Irgendwann in den 80er Jahren hat sie eine leichtere Kunststoffnähmaschine bekommen, weil sie die Anker kaum noch aus dem Nähmaschinenkoffer auf den Tisch heben konnte (ich schaffe das auch kaum!). Seitdem steht der Nähmaschinenkoffer samt Maschine samt Fußpedal und diversem Zubehör und (glücklicherweise) der Bedienungsanleitung in einer Kammer.

Vor etwa 2 Wochen ist sie bei mir eingezogen. Auch wenn ich eigentlich keinen Platz habe, aber mit dieser Maschine sind diverse Kindheitserinnerungen verbunden, denn meine Mutter hat nahezu immer am Esstisch irgendwas damit genäht. Und auch ich habe meine ersten Nähübungen damit gemacht. Erst als wir in der 5. Klasse in der Schule auf Nähmaschinen mit manuellem Fußantrieb, die auf einem Tisch festverschraubt waren (und mit denen ich leider überhaupt nicht zurecht kam), nähen sollten, wurde mir klar, dass die Maschine meiner Mutter "modern" war.

Heute habe ich mir die Zeit genommen, die Maschine zu begutachten und in Betrieb zu nehmen. Die Bedienungsanleitung ist supertoll. Das Einfädeln hat auf Anhieb geklappt, auch wenn die Maschine meiner Mutter für einen Zweinadelbetrieb gerüstet ist und damit ein wenig anders einzufädeln ist. Manch eine neuzeitliche Bedienungsanleitung könnte sich davon ein Stück abschauen.


Genauso klappte das Aufspulen, Einlegen der Spule und Verstellen der Oberfadenspannung auf Anhieb. Sie näht! Laut, langsam erstmal, ungewohnt. Ich habe leider keine Ersatznadel (mal abgesehen von der Zwillingsnadel) und weiß nicht, ob man diese Nadeln noch bekommt.



Oben eine Rückansicht des Motors. Es gibt noch so kleine Kohlestückchen, die ab und zu wie auch immer (???) ersetzt werden müssen. Davon habe ich leider in der Anleitung nichts gefunden. Vermutlich hat die Kohle mit dem Motor zu tun.

Ansonsten viele Füße, einige konnte ich anhand der Anleitung identifizieren (Säumer, Knopfannähfuß, breiter Säumer mit Abstandshalter .....), von den Stichplatten ist eine defekt, dafür gibt es aber einen Ersatz. Was man mit dem Gummiband macht, ist mir ein Rätsel, für das Handrad und den Antrieb ist es zu kurz. Alles praktisch in dem Blechkasten zu verstauen und dann in das ausklappbare Beistellfach zu packen.


Zu diesem Post hat mich der von MadewithBlümchen, den ich heute Morgen gesehen habe, inspiriert.

Ostergrüße

Anja

Dienstag, 27. März 2018

La Mia Boutique - Bluse aus Modal

Modal tauchte letztes Frühjahr ziemlich häufig in Nähblogs auf, vor allem bei Rums schien ganz viel Modal vernäht zu werden, meist in bunt gemustert, meist von Lillestoff. Ich wusste gar nicht so genau, was Modal ist. Jersey, Viscose, auf jeden Fall neu und toll.

Nun springe ich nicht auf jeden Zug auf, lieber vernähe ich inzwischen sowieso Webware. Beim Schnittmusterkioskgeburtstag von Meike bekam ich eine Goodie Bag, in der sich 1,5 m Modal in einer - wie ich fand - für den Sommer unglücklichen Farbkombination befanden. Aber wie sagt man so schön, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Der Modal lag dann erstmal ein halbes Jahr im Schrank, weil ich mir so dünnen Stoff nicht im Winter vorstellen kann.

Als ich den gleichen Modal dann beim letzten Me Made Mittwoch bei Anja vom Freizeitparadies vernäht sah, dachte ich, es wird Zeit ...

Ein Schnittmuster war schnell gefunden. Die La Mia Boutique habe ich in den Osterferien vor einem Jahr in Umbrien gekauft. Der Schnitt auf dem Titelbild schien zu Modal und zum grafischen Muster zu passen.

Los ging es: Schnitt abpausen, finde ich nicht schlimm, bei der LMB sind die Linien viel besser erkennbar als bei Burda, Schnitt auf den Stoff auflegen, feststecken, ausschneiden. Den Schnittauflageplan hätte ich mir besser genauer angeschaut. Die asymetrischen Volantärmel hätte ich nämlich im Bruch zuschneiden müssen, dafür war es nach Ärmel Eins zu spät, der Stoff hätte auch nicht mehr für zwei weitere Volants gereicht. Also leider eine Naht an der Vorderseite des Volants. Zum Glück fällt das nicht weiter auf, weil so ein Volant ja in sich zusammenfällt.

So angenehm sich der Modal anfühlt, so seidig seine Optik ist, so flutschig verhält er sich beim Stecken und so fummelig ist es, ihn an den Rändern knapp abzuschneiden, wie ein günstiger Jersey, der sich sofort am Rand einrollt. Mittelprächtig zu bügeln, sehr, sehr schwerer Fall ... so toll finde ich Modal nicht, mir ist Baumwolljersey lieber, aber noch lieber vernähen ich Webware.

Ich habe mich dann auch informiert und festgestellt, dass er auch ökologisch nicht so toll ist wie man denkt. Irgendwo wird er für Nachtwäsche im Sommer empfohlen, weil saugfähig und nicht wärmend.

Am Schnitt (italienische Größe 40) habe ich folgende Modifikationen vorgenommen: 10 cm verlängert, von schräg unten einlaufende Brustabnäher eingefügt (das gefällt mir einfach besser) und den Ausschnitt etwas verkleinert.


Ich mag den Schnitt. Ich kann mir vorstellen, eine ähnliche Bluse aus anderem fließend fallenden Stoff zu nähen. Die Volantärmel haben eine gute Länge und durch die kürzere Vorderseite besteht nicht die Gefahr, dass sie z. B. gleich in die Flamme des Gasherds geraten. Ich besitze eine andere Bluse mit ähnlichen Ärmeln, die sich wesentlich schlechter in den Alltag integrieren lässt.


Anziehfotos gibt es erst bei wärmeren Wetter.

Viele Grüße

Anja

Sonntag, 11. März 2018

La Mia Boutique Jeans - 12xmemade März

Kaum hatte der März begonnen, habe ich den Schnitt in der italienischen Größe 44 abgepaust, dabei die Taille um gute 2 cm verbreitert und die Hose um 10 cm verlängert. Der Zuschnitt gestaltete sich einfach. Denim verzieht sich nicht, ist griffig, zieht keine Fäden, also ein sehr angenehmes Material (warum habe ich damit noch nie gearbeitet?).

Ein paar Tage später begann ich zu nähen, der Anfang war simpel, hintere Taschen, vordere Taschen, Tascheninnenbeutel einnähen, klappte alles gut mit der italienischen Anleitung. Nähte ziersteppen, die Nähte im Schritt hinten und vorne nähen. Und dann kam der Reißverschluss....

Bzw. die Anleitung aus La Mia Boutique war zwar verständlich, aber ich habe versehentlich 1 cm Zugabe auf der falschen Seite abgeschnitten, damit wäre der Reißverschluss sehr sichtbar gewesen. Die Anleitung zum Ginger Sew Along passte nicht, weil ich mit separatem Untertritt / Fly genäht habe. Es fiel mir schwer, das in das Ginger Schnittmuster zu übersetzen. Ich habe dann einen gefühlten ganzen Tag damit verbracht, verschiedene Anleitungen zu sichten, Videos anzuschauen, Texte zu lesen, Nähte zu nähen, aufzutrennen, einen Reißverschluss zu schreddern, weil er schon 3 x heraus getrennt war, usw. Natürlich war es kein ganzer Tag, aber es dauerte ... und dann bin ich auf eine Anleitung gestoßen, die zu meinen Schnittteilen passte, die ich Schritt für Schritt durchlesen konnte (nein, ich mag keine Videos) und bei der mir nach 5 Minuten klar war, das ist es. Das war aber spät abends.

So hat es nochmal ein paar Tage gedauert, bis ich weiter gemacht habe. Es fügte sich alles, Reißverschluss, Anprobe, Bund, Knopf, Knopfloch, Saum. Die Jeans passte auf Anhieb perfekt, das erstaunte mich, denn ich habe ein ziemliches Hohlkreuz und Probleme mit Kaufhosen. Nun ja, sie sitzt schon eng, aber ich kann damit noch gut sitzen. An sich hätte ich gerne noch 1 - 2 cm mehr Bequemlichkeitszugabe in der Taille. Aber obwohl ich keinen Stretchjeans habe, geht es. Ich glaube, die meisten Leute mögen es, wenn die Jeans so sitzt, ich mag es an sich gerne ein bisschen schlabberig. Zunehmen darf ich jedenfalls nicht.

Ich habe mich dann weiter an der italienischen Anleitung orientiert, dabei nicht beachtet, welche Nähte an einer "echten" Jeans wo sitzten, d. h. meine innere Beinnaht ist einfach genäht, die äußere ziergesteppt. Bei Ginger werden die hinteren Taschen am Ende aufgesetzt. Lt. meiner Tochter sitzen meine Taschen sehr tief, das sei aber bei ihrer Jeans, die sie letztes Jahr in Italien gekauft hat, auch so. Ansonsten "ist die Jeans ja garnicht so schlecht". Ein besseres Kompliment für Selbstgenähtes ist kaum zu bekommen. Wow.

Ich ziehe die Hose tatsächlich gerne an, mir gefällt die andere Beinform, damit ist sie anders als die ganzen Kaufjeans. Da mein Denim keinen Stretchanteil hat, ist auch kein Ausleiern oder so zu erwarten, wie sich die Farbe entwickelt wird sich zeigen. Da der Stoff aber aus einem hochpreisigen Fachgeschäft war (wegen Ladenauflösung um 50 % reduziert) nehme ich an, dass er sich anders als Stoffmarktjeans verhält.

Aber seht selbst:


Hier Details von hinten und vorne (nach 45 min. Bahnfahrt zerknittert) ...


...sowie von der Seite:


Die Fotos sind heute am ersten milden Frühlingssonntag bei einer Wanderung rund ums Kirchberghäuschen in Bensheim entstanden, die Gartenwirtschaft war schon gut gefüllt. Im Sommer ist es dort aussichtslos, einen Platz zu bekommen und die Warteschlange an der Essensausgabe wird unerträglich lang, heute passte es gut:


Ende März verlinke ich den Post dann bei Chrissy.https://chrissysnaehkaestchen.wordpress.com/ Zur Jeans trage ich den Burda Pullover aus 12xmemade im Januar, eine uralte Lederjacke und meine geliebte goldfarbene Heldinnentasche.

Viele Grüße

Anja